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Völlig aus der Puste…

… und das nach lediglich 50m mit ein paar Treppen. Nach einem Blick auf die Karte, war mir auch klar warum – Lake Benyoni liegt in 1.980m Höhe… Es ist eh erstaunlich wie hoch ganz Afrika ist. Fast keines meiner bisher bereisten Länder lag unterhalb 1.000m Höhe – ich dachte bisher immer, Afrika wäre nahezu überall quasi Meereshöhe. Der Trip zum Lake Benyoni war traumhaft schön. Wir hatten wieder der Taxifahrer von Buhoma engagiert, da die Strecke zwischen Buhoma und Lake Benyoni von Bussen nicht wirklich befahren wird und nur auf Umwegen zu erreichen ist. Die Entfernung waren gerade mal 140km, dauerte aber rund 7 Std., da die Straßen mal wieder eher Forstwegen glichen. Wir fuhren am Rande von diversen Plantagen vorbei und wunderschönen grasgrünen Hügeln. Lake Benyoni selber ist ein See in besagten knapp 2.000m Höhe liegend, umgeben von denselben schönen Hügeln. Sehr entspannend – mit tollen Zimmern, die offen nach vorne zum See sind – selbst beim Duschen hat man einen tollen Ãœberblick. Jedoch ist es auch gleichzeitig etwas langweilig. Auf dem hierher war es sehr interessant, was der Taxifahrer uns erzählte. Ich fragte ihn – wie bereits so oft – über Wirtschaft und Arbeitsmotivation der Leute aus. Er erzählte, das die meisten Ugander schlichtweg keine Lust auf Arbeiten haben – insbesondere die Männer (was mir ein selbstständiger Holländer aus Tansania auch bestätigte, der ging sogar soweit, daß er nur Frauen beschäftigte). Für die Männer ist ihr Hauptziel eher ein möglichst faules dasein zu fristen – wohl gesagt, das trifft sicherlich auch nicht auf jeden zu! Daher würde es aber einfach grundsätzlich an Motivation fehlen, u.a. auch weil die Leute nicht wissen, wie es besser zu machen ist, allerdings sich auch nicht drum bemühen, jemanden zu finden, der es vielleicht besser weiß. Auch denken viele der Einheimischen, dass Westler tatsächlich nur herumhängen würden – wie wir es quasi in den Hotels etc. machen und nicht dafür arbeiten – wir quasi ein schlechtes Vorbild für die Einheimischen sind. Weiterhin kamen wir dann auf das Thema Selbstständigkeit zu sprechen – da er Inhaber von einer Bank für Microdarlehen, Taxifahrer und Farmer ist (Hut ab!). Beim Thema Steuern wurde er etwas unsicher, wie er darauf antworten sollte – scheinbar war wohl doch nicht alles so völlig sauber (aber wer ist das schon…). Interessant war aber, das egal wie gut ein Unternehmen läuft, es zahlt nur die jährliche Lizenzgebühr dafür als Steuern. D.h. keine Umsatz- oder Gewinnabhängige Steuern (das mag bei großen Unternehmen anders sein) wie in Europa. In Anbetracht dessen ist es kein Wunder, das der Staat hier nicht wirklich gerade viel Geld zur Verfügung hat. Auch erzählte er, das viele der „Faulen“, aus seinem Heimatdorf auch ihn nach Geld fragen – wohl gesagt nicht betteln, sondern es quasi von ihm erwarten, das er es ihnen gibt. Lediglich aufgrund der Polizeipräsenz eskaliert diese Situation nicht. Trotzdem hätte es auch schon Leute gegeben, die andere aufgrund von Neid z.B. vergifteten (es versuchten), anstatt einfach zu Fragen, worin sein Erfolgsgeheimnis liegt bzw. von diesen zu lernen. Wenn ich so etwas höre, frage ich mich, warum man diesen Leuten überhaupt helfen sollte. Sicherlich sind dies alles Länder, in denen die Kolonialländer viel Unfug getrieben haben, aber das ist mit dem zweiten Weltkrieg und Deutschland genau das selbe und es sind nur wir Deutschen selber, die uns dies noch nachtragen. Alle anderen Nationalitäten, können überhaupt nicht nachvollziehen, warum wir derartige Probleme mit unserem Nationalstolz haben, da der zweite Weltkrieg doch mit heute nichts mehr zu tun hätte. Also warum soll ich mich schlecht diesen Menschen gegenüber fühlen, wenn sie keinen Bock haben, etwas an ihrer Situation wirklich zu verbessern und die Kolonialverbrechen lange lange vor meiner Generation stattfanden?!

Langsam zieht es mich aus Afrika weg. Ich brauch was neues. Uganda ist wirklich schön, jedoch ist für mich jetzt nicht mehr viel neues dabei und mich ziehts mehr in Zivilisation, Nightlife und neuen Eindrücken. Werde daher mich wohl am Montag nach Kampala wieder aufmachen, Flug nach Mumbai (Indien) buchen und dann Richtung Goa erst mal reisen.

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Die Perle Afrikas

Klappt es mit den Gorilla Permits oder nicht – letzten Endes klappte es viel schneller, als ich gewollt & gedacht hätte! Vom Gorillatracking hatte ich von einem Holländer einst auf einem Seminar erfahren und seitdem war es ein Hightlight auf dieser Reise. Am Morgen wollte ich zum Traveloffice und nachfragen ob diese evtl. einen Trip anbieten zu den Gorillas, da dies alleine zu machen zwar möglich ist, aber Zeit und Kostenaufwendig ist. Das Office wollte 1.000 USD was mir definitiv zu viel war, aber Glück im Unglück, zwei Irinnen wollten ebenso Gorillatracking machen und wir entschlossen uns dann es zusammen selber zu organisieren und so die Kosten zu teilen. Dies ist insbesondere dann preiswerter und komfortabler, wenn man Strecken hat, die von öffentlichen Verkehrmitteln nicht angefahren werden – also jeder Nationalpark, Gorillatrecking usw. – die Afrikaner wissen schon, wie sie Geld machen… Also, auf zum UWA, Gorilla Permits für Donnerstag gekauft (500 USD pro!) und am nächsten Morgen gings es dann um 05:00 Uhr los. Auf zum Bus, der angeblich etwas unsicher ist – kauften uns daher einen weiteren Sitz für unser Gepäck, so das wir alles im Auge hatten. Letzten Endes zeigte sich, daß die Busfahrt absolut sicher war und es überhaupt keine Probleme es gab. Angekommen in Mbarara, hatten wir bereits 2/3 der Strecke hinter uns dachten, jetzt kann es ja nicht mehr lange dauern – wenn da nicht die Afrikanischen „Straßen“ wären… Die Strecke nach Mbarara war nicht mehr geteert, trotzdem hatte der Busfahrer keine Hemmungen hier zu entlang zu fahren – nach deutschen Maßstäben wäre dies ein Forstweg gewesen… Links von uns ging es knapp 150m runter in ein wunderschönes bewachsenes Tal mit Fluss sowie Bananen- und Teeplantagen und der Buss neigte sich immer wieder zu den Seiten – die nächsten Stunden hielt sich jeder fest und versuchte die Busschwankungen auszugleichen in der Hoffnung, so wäre die Chance geringer, das wir einen Elchtest wiederholen. Nach fast 14 Std. Busfahrt kamen wir endlich in Butogota an, wo unser Taxifahrer bereits wartete und uns nach Buhuoma, zum Bwinidi Nationalpark brachte – Gott sei Dank hatte mein Reiseführer die Handynr von dem Fahrer (der etwas erstaunt darüber war), sonst hätten wir die nächsten 17km per Boda Boda fahren müssen oder laufen (was durchaus einige machen). Buhoma liegt wunderschön in knapp 2.000m Höhe mitten im Regenwald – überall zirpt, raschelt und kreischt etwas – Insekten, Schimpansen, Colobos, Gorillas etc. 🙂 Den nächsten Tag verbrachten wir mit Relaxen und versuchten den Restaurantbesitzer davon zu überzeugen, daß es doch der Community wesentlich mehr Geld bringen würde, wenn sie eine richtige Bar mit netten Sitzgelegenheiten etablieren würden, als ein mehr oder weniger karges Restaurant – nachdem er mir drei mal versicherte er hätte es verstanden, habe ich dann auch gestoppt… 🙂 Trotzdem war ich mir nicht sicher ob er wirklich dran geglaubt hat. Endlich war es so soweit und um 08:00 Uhr in der Früh gings zum Gorilla Tracking! Nach einem einschläfernden Video bekamen wir eine kurze Einführung und es wurden diverse optionale Dinge angeboten – à la persönlicher Gepäckträger, Handschuhe oder Wanderstöcke (natürlich zum Aufpreis!) sowie der Hinweis min. 7m von den Gorillas entfernt zu bleiben. Wir hörten schon, das die Gorillagruppe sehr nah sein sollte und hatten bereits Hoffnungen auf ein wenig anstrengende Wanderung, doch das die Gruppe gerade mal 20min entfernt war (d.h. 200m quer durch die Vorgärten von unseren Zimmern!!!), hätten wir niemals erwartet! Nachdem man uns von 10 Std. Horrorwanderungen quer durch den Afrikanischen Dschungel (keine Wege, sondern mit Machete!) erzählt hatte – wohl gesagt andere Gruppen hatten es an dem Tag in der Art. Doch plötzlich sah man schwarze Kindsgroße Schatten in den Bäumen hängen, Babygorillas am rumtollen und das alles völlig leise vor sich hin. Wie schon bei Elefanten & Co, war ich völlig erstaunt wie leise sich die Gorilla fortbewegen und dabei ca. 50cm hohe „Löcher“ / „Gänge“ in der Vegetation hinterlassen. Die 7m eingebläuter Abstand schrumpften innerhalb der nächsten Minuten auf ca. 1 – 2m zusammen. 🙂 Selbst der Silberrücken lies sich von uns überhaupt nicht beeindrucken und lag wirklich 1m neben uns im Gras, während er völlig relaxt sich seinen gigantischen Bauch (eher Kugel!) vollschlug. Die Babygorillas spielten dabei überall und durften scheinbar alles – selbst drei Minigorillas zusammen auf dem Rücken vom Silberrücken Gorilla wurden anstandslos geduldet! Was ich allerdings nicht wusste, war das Gorilla fleißige Pupser sind – es wurde eifrig gefurzt wo es ging und es kam so manches mal ziemlich dicke Luft vorbei… Auch sieht es doch sehr entspannt aus, wie ein Gorilla völlig unbeeindruckt seinem Futtern, Vermehren, Relaxen und Schlafen Rhythmus folgt. Manchmal hatte ich fast den Eindruck, das die Gorillas einen Arm, fast Menschengleich vors Gesicht hielten – frei nach dem Motto „Nein, nicht schon wieder ein Touri der Fotos will – erst mal einen Fahren lassen…“. Ich musste mich echt zusammenreißen, nicht ständig nur Fotos zu machen und einfach den Moment mal zu genießen. Letzten Endes habe ich mir dann die Fotos der anderen kopiert. 🙂 Nach einer Stunde Tracking mussten wir die Gorillas leider verlassen, aber es war ein wunderschöner Moment! Auch wenn es noch ein Ticken schöner gewesen wäre, wenn wir die Gorillas mitten im Regenwald gesehen hätten und nicht so nahe zum Dorf (TIPP: Nicht Gruppe Rushagura nehmen, sondern eine der Gruppen, die weiter entfernt vom Dorf leben!). Am Nachmittag machten wir uns dann noch auf zu einem Spaziergang durch den wunderschönen Regenwald – Märchenhaft! Ich hatte mich mehrfach gefragt, ob dieser 25.000 Jahre alt Wald nicht bereits öfters als Filmkulisse oder zur Inspiration genutzt wurde. Kein einziger Baum ist nicht voll bewachsen mit andern Schmarotzerpflanzen, Lianen überall, Meterlange hängende Mose, weiße Blüten überall und das ganze im Nebeltrüben Sonnenlicht! Dazu Schwarz weiß gefärbte Colobo-Affen, Rote, und eine weitere Affenart von der ich keine Ahnung habe, wie die hieß. Letzten Endes muss ich sagen, daß es eine wunderschöne Erfahrung war – obwohl es durchaus Diskussionswert ist, ob es wirklich 500 USD wert ist… Das Geld hilft den Locals sehr viel und die Gorillas sind die Hauptattraktion in Uganda und wenn man weiß wie, kann man sich sogar theoretisch das Geld mit etwas Glück sparen. Egal wie, ist der Gesamteindruck dieser Gegend sehr gut und 100%ig einen Besuch wert – eine Wahnsinns Natur. Ich habe mehrfach einfach nur beim Bier gesessen und die Natur bewundert – auch wenn einige der Locals mich wahrscheinlich für etwas Bala Bala gehalten haben… Aber es gab doch einfach so viel zu sehen! 😎

Ole-+-Wasserfall

Ole-+-Wasserfall

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Auf zu den Berggorillas im Nebel!

Geschafft! Morgen gehts auf zu den Gorillas! 🙂 Hatte mich heute morgen erkundigt, was eine geführte Tour zu den Gorillas kosten würde (~1.000 USD) und mir schon Sorgen gemacht, das so kurzfristig kein Ticket mehr zu bekommen wäre. Doch dann kam alles anders! Habe zwei Irinnen kennengelernt die auch hin wollen und nun organisieren wir alles selber. Permits für Donnerstag haben wir beim UWA besorgt, Campsite ist gebucht und morgen muss nur noch der Bus klappen. JIPPPIIII! Gorillareiten!

Der ganze Trip kommt mir manchmal wie eine riesige Bildungsreise vor – jeden Tag so viele neue Erfahrungen, das man diese kaum schafft zu verarbeiten und selbst nur einen Bruchteil hier niederschreiben kann. Gestern Abend wollten Dave (Belgier, für 6 Monate unterwegs) und ich einfach mal die Kneipen ums Kampala Backpackers ausprobieren und kamen dabei mit einigen Ausländern ins Gespräch, die seit 10 – 20 Jahren in Uganda leben – hochinteressant was die uns erzählt haben! So stehen z.B. Wirtschaftliche Grundsätze die man aus der westlichen Welt kennt, hier komplett auf dem Kopf! Beispiel: Wenn eine große Firma einen Großauftrag an ein Ugandisches (bzw. Afrikanisches) Unternehmen vergibt, so sollte man meinen, dieses bekäme z.B. Mengenrabatt – hier ist das Gegenteil der Fall! Der Preis steigt! Im Prinzip sogar nachvollziehbar, warum sollte man jemandem, der das Geld ja hat, Rabatt geben?! Das kann man sogar auf der Straße erfahren – wir fragten Spaßeshalber einen Erdnussverkäufer, wie viel eine Packung seiner Nüsse kostet – 500 USH. Dann fragten wir wie viel der ganze Korb kostet – 80.000 USH – es waren aber gerade mal ca. 80 Packungen drin (80 x 500 = 40.000 USH). Allerdings liegt dies zum anderen auch an den Rechenkünsten der Ugander… 😉 Das selbe gilt z.B. für die Boda Boda Fahrer. Es sind eigentlich viel zu viele Boda Boda Fahrer in Kampala unterwegs, daher sollte man meinen das der Preis sinkt. Allerdings steigt der Preis mit der Anzahl der Boda Boda Fahrer! Warum? Die Boda Boda Fahrer haben Druck von daheim aus den Dörfern und haben zwar weniger Fahrten pro Fahrer, brauchen aber die selbe Menge Geld – also steigt der Preis pro Fahrt. 🙂

Lustig ist auch, das die meisten Boda Boda Fahrer sobald sie genügend Geld für ein eigenes Motorrad haben, es dann vermieten und selber das Arbeiten quasi aufgeben. Das Hauptproblem in der afrikanischen Wirtschaft scheint das fehlende Vertrauen unter einander zu sein – niemand teilt dem anderen mit, wie er etwas besser gemacht hat oder fragt den anderen. Vorher gibts Neid und dann eine Vergeltungsmaßnahme. Bumm, und schon hat derjenige der es vorher gut gemacht, keine Motivation mehr es wieder so zu machen.

Ein älterer Däne brachte dabei den besten Hinweis: Der Soziologe Max Weber (ist manchen evtl. noch ein Begriff) wies bereits darauf hin, das ohne Vertrauen nichts funktioniert – insbesondere keine Wirtschaft. Keine Wunder, das sich hier ein Helfer und ein Land nach dem anderen frustriert, da hier niemand dran glaubt & vertraut.

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Poolbestellung

Habe gerade vom Pool aus mir ein Sandwich bestellt. Dummerweise habe ich nur nicht in der Lodge angerufen, sondern bei der Zentrale in Kampala. Die haben daraufhin die Bitte aufgenommen und am Nil angerufen und mir den General Manager + Kellner vorbeigeschickt… Ist ja schließlich einer der besten Lodges hier in der Gegend. Habe mich dann etwas verlegen entschuldigt und die Bestellung aufgegeben… 🙂

Ist auch sehr lustig was für Menschen hier in dem Hotel sind. Habe mich gestern mit dem Botschafter Serbiens unterhalten. 🙂

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Trip to Masindi & Murchsion Falls

Itiniedi! Timarbär! Afoiyou! Bär! Das sind die Worte die ich bereits von den Einheimischen in „Lurr“ gelernt habe, nachdem ich nun endlich es geschafft habe im Nationalpark der Murchison Falls anzukommen. Der Trip war doch etwas abenteuerlich… Ich bin am Dienstag Morgen mit dem Boda Boda und meinem Sack und Pack Richtung Kampala Busstation gefahren. Dort abgeliefert, wies mich dann auch einer der Busstationstypen direkt einem Bus zu, der nach Masindi fuhr. Frei nach Afrikanischer Art fuhr der Bus auch dann erst los, als dieser rappelvoll war – d.h. 1,5 Std. nach eigentlicher Abfahrt um 10:30 Uhr – scheint wohl ein Richtwert für die Westler zu sein, da die Afrikaner die ganze Zeit eintrudelten. Meinen Platz den ich für meinen Rucksack reserviert hatte, musste ich selbstverständlich auch sofort aufgeben und stattdessen wurde dieser vorne auf den Motor hingelegt, wo ich ihn dann die nächsten 4 Stunden dann auch argwöhnisch beäugte. Hatte mir zwar gerade neue Hosen gekauft, wollte aber nicht direkt den Rest auch noch ersetzen. Im Bus waren einige nette Ugander mit denen ich mich unterhielt. Ich erfuhr u.a. das viele der Leute im Bus zu einem Polizeitraining unterwegs nach Masindi waren, da die Leute Polizist werden wollten. Einen der Ugander konnte ich dann sogar davon überzeugen, sich doch mal bei den Overlandtruckfiirmen zu bewerben, da er viele Sprachen konnte und sehr nett war, womit er in meinen Augen eine Verschwendung an die Polizeit gewesen wäre. Auf dem Wege hielt der Bus immer wieder, damit die Leute Grillspieße, zu trinken etc. einkaufen konnten – ich hatte mich leider nicht getraut, obwohl es verdammt gut roch. Nach dem wir dann noch ca. 3x von der Polizei angehalten und kontrolliert worden sind, kamen wir dann endlich in Masinidi an, wo mich auch direkt ein Taxifahrer bestürmte, der mich für schlappe 150.000 USH (~50 Euro) in den Nationalpark zum Camp bringen wollte. Als schlauer Traveller weiß man ja, das die schnellsten Möglichkeiten immer die teuersten sind – daher habe ich mich erst mal einquartiert und mit der Uganda Wildlife Authority unterhalten. Dieser versprach mir, das sie mich morgen kostenlos mit den in den Park nehmen könnten. 🙂 Jetzt galt nur noch das Problem zu lösen, woher ich ein Zelt bekam – Zelten kostet im Park knapp 2 – 7 Euro pro Nacht, Zimmer gabs ab 100 Euro, die billigeren waren alle belegt. Ãœber das Problem grübelte ich nun die nächsten 5 Std. und unterhielt mich während dessen mit diversen NGOs und Einheimischen u.a. darüber, plus Einladungen zur Besichtigung von Hospital, Kindergarten und Schule. Beim abendlichen Bier traf ich dann im Hotel zwei Amerikaner, denen ich mein Problem schilderte und während dessen hörte zufällig die Hotelbesitzerin zu, drehte sich um und sagte mir, sie hätte ein Zelt, was ich haben könnte… *ein Engel auf Erden* Am nächsten Morgen erfuhr ich dann nach 3 Std. warten, das aus dem UWA Lift nichts wird und machte mich dann per Boda Boda auf zum Gate des Nationalparks – 25km ungeteerte Huckelpiste. 🙂 Dort angekommen, sah ich dann doch den UWA Wagen und fragte ob diese mich mitnehmen könnten – die Mitarbeiter sagten alle ja, der Fahrer nein – angeblich machte er zwar nur Spaß, jedoch fand ich es nicht mehr sonderlich lustig, da ich schließlich die nächsten Std. mir Gedanken machen konnte wie ich von einem Gott verlassenen Gate wieder wegkomme, geschweige in den Park komme. Glück im Unglück, kam nach ca. einer Std. ein Wagen mit zwei Amerikanerinnen auf Safari die mich mitnahmen – selbstverständlich nicht, ohne das der Fahrer dafür nochmal 30.000 USH kassierte (ohne das Wissen seinen Beifahrerinnen…). Aber mir wars zu dem Zeitpunkt egal, Hauptsache ich komme hier weg. Dann teilte mir der Fahrer jedoch mit, das er bevor er mich absetzen könnte, noch zu den Murchison Falls mit den Mädels wollte – Jiiippiii – Welch ein Glück, so spare ich mir einen weiteren Trip! Die Murchison Falls sind irre! Mit lediglich knapp 10m Breite, eigentlich überhaupt nicht zu vergleichen mit Victoria oder Niagara Fällen, jedoch donnert durch diese Nadelöhr rund 1/3 der Wassermenge der Victoria Fälle, welche immerhin fast 2km breit sind! Schneeweiße Gischt und eine unbeschreibliche Wucht sieht man dem Wasser sofort an! Danach setzte der Fahrer seine Mädels dann ab und brachte mich zur Nile Safari Lodge / Camp, wo ich dann herausfinden musste, das mein geliehenes Zelt, ein ziemliches Sammelsurium war und nur sehr grob im Endeffekt der eigentlich Form auf dem Foto entsprach… Das machte dafür die Lodge wieder wett – gut der Camping Platz der Lodge hat eine wahnsinns Aussicht auf den Nil, jedoch auch die schlechtesten Sanitäranlagen die ich bisher hatte… Die Lodge ist direkt am Nil und es strotzt vor Leben überall – Eidechsen, Geckos, Libellen, Schmetterlinge, Paviane, Nilpferde, Elefanten und verschiedenste Vögelarten. Leider bin ich zur Regenzeit hier, weshalb die Insel gegenüber von der Lodge „nur“ von Nilpferden bevölkert ist und keine Elefanten und Wasserbüffel zu sehen sind. In der Nacht fing es dann auch noch an zu regnen – Gott sei Dank hatte ich mein Zelt unter einem Dach aufgebaut, weshalb ich nicht direkt davon schwamm, trotzdem habe ich heute Mittag erst mal mein Zelt Regensicher aufgebaut (es regnete gerade und ich bete gerade, das es wirklich nun Regensicher aufgestellt ist…). Angeblich sollen keine Nilpferde durch Camp laufen und man bräuchte sich auch keine Sorgen machen, jedoch habe ich dafür etwas zu viele Spuren gesehen… Wohl gesagt, der Zeltplatz ist 10min Fussweg von der Lodge und ich habe ihn komplett für mich. 😎 Den Rest des Tages habe ich dann am Pool mit der tollen Aussicht verbracht und direkt nochmal Glück gehabt: eine kleine Familie aus Zimbawbe fährt ebenso am Samstag zurück und wird mich wahrscheinlich bis nach Kampala wieder mitnehmen! 🙂

Eine Frage die ich inzwischen öfter Stelle, ist welche mythische Kreaturen die hiesigen Kulturen haben: Jalabok – Uganda. Eine riesige Kreatur, keiner weiß wie sie aussieht, aber sie frisst die Reisende auf. Insbesondere Kinder wird dies erzählt. In Nigeria sagen sie „Gologo“. Tokoloch – ein Glücks- ebenso wie Pechbringer im südlichen Afrika. Kann bei Medizinmännern gekauft werden, muss jedoch auf wieder kostenpflichtig vertrieben werden. 🙂

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NGOs

Morgen werde ich mich nun Richtung Murchison Falls aufmachen, den drittgrößten Wasserfällen der Erde. Der Nil presst sich hier durch einen Spalt von gerade mal 7m durch.

Es ist sehr interessant sich hier mit den Leuten zu unterhalten. Die meisten arbeiten für div. Hilfsorganisationen als Helfer, Arzt, Organisator, Lehrer usw. Welche Ansichten und Erfahrungen dei Leute gemacht haben ist wirklich spannend und teilweise auch frustrierend. Gestern Abend hatte ich mich erst mit den Leuten von der Overlandtrucktour im Red Chili Camp getroffen (nach einer etwas abenteuerlichen Fahrt mit dem Bodo Bodo) und danach eine energische Diskusssion mit einigen NGOs in Backpacker Hostel gehabt. Die Meinungen gingen sehr stark in die Richtung, das normale Hilfe (à la Sachspenden) absolut unnütz sind (Gott sei Dank, da ich genau das für völlig schwachsinnig halte) und man deutlich mehr Anreize den Leuten liefern muss. Das Hauptproblem ist, das die Menschen in diesen Ländern durch Sachspenden falsch motiviert werden und sich nicht langfristig selber um Lösungen kümmern. Zwar sind einige Organisationen langsam auf besserem Wege dahin, aber es würde wohl immer noch viel Chaos geben und zum Teil völlig unsinnig das Geld eingesetzt werden. Interessant war der Kommentar einer Frau, die meinte das man insbesondere es völlig vergessen könnte, den Afrikanern Westliche Lehren / Moralische Maßstäbe und Kultur beizubringen, da die eigene Kultur so stark gefestigt ist. Es bringe nur etwas diesen Leuten Bildung beizubringen – wie sie diese jedoch einsetzen, müsse man ihnen selbst überlassen. Auch würden Spenden für Schulen nur sehr selten helfen. Eine extreme Variante wäre sogar die Kinder dafür zu bezahlen, das sie Lernen. D.h. besteht der Schüler einen bestimmten Test, dann ihm eher Geld dafür zu geben, als ihm die Bücher zu kaufen. Interessant war auch, das z.B. die Jungs deutlich besser in der Schule abschneiden als die Mädels – Grund: Die Mädels müssen nach der Schule weiter arbeiten, die Jungs können Hausaufgaben erledigen – nur muss man das erst mal herausfinden als NGO…

Habe heute meine gestern erstandende Ugandische Trommel nach Deutschland verschickt. Dunkel braune Kuhfell Trommel. Preis hier: 10 Euro, Versenden der Trommel: 60 Euro. 🙂 Immerhin hätte die Trommel auf Sansibar fast das 10-fache gekostet… Hoffe das Ding schafft es bis Deutschland.

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Kampala in Uganda

Die ersten Tage in Kampala haben bereits richtig Spaß gemacht. Ich hatte mir etwas Sorgen gemacht, da ich mir nach der Dar Es Salaam Erfahrung nicht wirklich Lust auf weiteres Afrika hatte, aber Uganda zeigt sich von einer sehr positiven Seite.
Silke ist in Thailand gut angekommen und wir konnten bereits über unsere neuen Handys telefonieren – lustigerweise ist es VIEL billiger international mit den lokalen Handys zu telefonieren, als mit den Deutschen Handys. Silke und ich treffen uns dann in ca. 2 Monaten auf den Philippinen wieder.

Das einzigste negative in Uganda ist zur Zeit, das es leider immer wieder regnet. Im Moment kommt ein echter Regenguss hier runter – Dezember ist halt Regenzeit und der ist nicht mehr fern. In Kampala bin ich im Kampala Backpacker Hostel einquartiert.
Herumkommen tut man in Kampala per „Boda Boda“ – eine Art Motorradtaxi (siehe Foto oder Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=8Lk9W7yC160). Ein Engländer hier meinte: „If you’re bored one day – why ever – just jump on a boda boda, adrenaline guaranteed!“.
Man gewöhnt sich doch erstaunlich schnell an die Fahrweise der Boda Bodas, die sich wirklich durch jede kleinste Enge durchquetschen – egal ob Auto, Truck oder Bus. Am Anfang jedoch nichts für schwache Nerven… 🙂

Die meisten Leute die ich hier treffe sind erstaunlicherweise NGOs – (Non Government Organization), d.h. Leute die für Nichtstaatliche Hilfsorganisationen arbeiten sowie einige Urlauber. Es sind jedoch erstaunlich viele Weiße hier anzutreffen, ich hätte wesentlich weniger erwartet. Jedoch ist ganz Kampala erstaunlich gut entwickelt – deutlich besser als Dar Es Salaam in Tansania, mit Shopping Malls, Restaurants, Bars und einem guten Nachtleben.
Die Menschen in Uganda sind super freundlich, sprechen gutes Englisch und viel offener, als in meinen bisherigen Reiseländern. Hätte ich echt nicht gedacht, das Uganda so gut entwickelt ist.
Mit den Leuten im Hostel haben ich dann vorgestern auch mal direkt das Nachtleben erkundet. Wir fuhren in Bubbles, einem irischen Pub – bevölkert von ca. 50% Einheimischen und 50% Expats. Morgens um 05:00 Uhr haben wir dann den Rückweg angetreten – schön mal wieder in einer Stadt zu sein, wo man bedenkenlos morgens um 5 Uhr durch die Gegend wandern kann…

Habe gerade durch Zufall sogar noch Joe und Pumu vom Nomad Overland Truck im Shoppingcenter getroffen und werde wahrscheinlich dann heute Abend zu denen in Red Chili Hideaway fahren (per Boda Boda… :-)).
Habe mir außerdem heute eine der Ugandischen Trommeln gekauft – für 25.000 USH, umgerechnet nicht mal 10 Euro. Auf Sansibar wollten die für eine nicht mal halb so große Trommel rund 70 USD haben… Jetzt muss ich nur noch gucken wie ich das Ding morgen nach Deutschland verschickt bekomme und das der Zoll keine Mucken macht wegen ein bisschen Kuhhaut und irgendeinem Tropengehölz…

Damit hat sich wohl auch letztendlich meine ursprüngliche Souvenirsuche erledigt. Ich bin seit 2 Monaten auf Suche nach einem Zebrafell – was etwas lustige Auswüchse hatte. In Südafrika wollten die 1.200 USD haben, in Zimbawbe 800 USD und in Malawi plötzlich 120 USD. Da wollte ich natürlich sofort zuschlagen! Letztendlich kam ich um 30 USD geprellt aus der Situation heraus, aber glücklicherweise auch ohne ein illegales Zebrafell (da nicht von Wildlife Authority verkauft), mit dem ich an der Grenze viel Spaß gehabt hätte – bzw. meine Mutter daheim mit dem Zoll… 🙂
Der nette Mensch damals in Malawi wollte mir dann auch noch gleich noch ein Leopardenfell verkaufen – was ich dankend abtat, da ich so etwas nicht unterstützen wollte. Trotzdem erzählte er mir gleich, das man an der Grenze kein Problem damit hätte, da er ja eine Schlangenhaut nehmen würde, da das Leopardenfell einnäht und die Zollbeamten ja „nur“ die Schlangenhaut bemerken würden…

PS: Witzige Sache – der Name Ole scheint ebenso ein Masai Name zu sein, weshalb einige Leute hier eine Menge Spaß mit meinem Namen haben… Bedeutet wohl so viel wie „Seiner selbst sicher sein“.

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Uganda – Kampala

Gott. Es gefällt mir bereits jetzt super gut hier. Entwickeltes Land – obwohl ich das niemals von Uganda gedacht hätte. Relaxed Hostel und eine Menge an Aktivitäten die man scheinbar machen kann. 🙂

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